Der Nutzen von Bibliotheks- und Informationsdienstleistungen bei der Patientenbehandlung: Ergebnisse einer Studie, die an mehreren Standorten durchgeführt wurde.

Marshall JG, Sollenberger J, Easterby-Gannett S, Morgan LK, Klem ML, Cavanaugh SK, Oliver KB, Thompson CA, Romanosky N, Hunter S. Der Nutzen von Bibliotheks- und Informationsdienstleistungen bei der Patientenbehandlung: Ergebnisse einer Studie, die an mehreren Standorten durchgeführt wurde. Journal of the Medical Library Association Januar 2013; 101(1):39-46.

Das National Network of Libraries of Medicine sowie Forscher der University of North Carolina at Chapel Hill führten an mehreren Standorten eine umfassende Studie durch (Multi-Site-Studie), um den Nutzen von Bibliotheks- und Informationsdienstleistungen auf die Patientenbehandlung zu beleuchten. An der Studie nahmen 16.122 Arzte teil. Diese Arzte nutzten eine von den 56 teilnehmenden Bibliotheken, die insgesamt 118 Krankenhäuser in städtischen und ländlichen Gegenden abdecken.

Die Studienteilnehmer sollten einen aktuellen Fall beschreiben, bei dem sie im Rahmen einer Patientenbehandlung auf weitere Informationen angewiesen waren. Ergebnis der Studie:

  • UpToDate wird als Unterstützungssystem für klinische Entscheidungen von Arzten und Assistenzärzten am häufigsten verwendet. UpToDate wurde dabei deutlich häufiger zu Rate gezogen als andere entscheidungsunterstützende Systeme. Die Verwendung von UpToDate kam direkt nach der ausschließlichen Nutzung von Forschungsstudien.
  • Die Arzte gaben an, dass bei sechs Prozent der Behandlungsfälle das Leben eines Patienten gerettet werden konnte.
  • Dank der Nutzung von klinischen entscheidungsunterstützenden Informationsquellen änderten sich die Behandlungsentscheidungen wie folgt: Diagnose (25%), Medikamentenwahl (33%), sonstige Behandlungen (31%), in Auftrag gegebene Tests (23%) und Patientenberatung (48%)
  • Arzte gaben an, dass damit Fehldiagnosen, Todesfälle, Medikamentennebenwirkungen, Medikationsfehler und unnötige Tests verhindert werden konnten.
  • 85% der Studienteilnehmer gaben an, dass die Informationen durchschnittlich 2,5 Stunden Arbeit pro Vorfall erspart hatten.

Verwendung mit Genehmigung der Medical Library Association.

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